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Frage ich die Menschen in meiner Umgebung, wie es ihnen heute – «mal ganz ehrlich» – geht, warum antworten sie dann nicht «phantastisch», «glücklich», «fit», «gesund», «zufrieden»? Warum höre ich stattdessen «gestresst», «müde», «unter Druck», «angeschlagen», «ein bisschen resigniert»?

Die Risse an der Oberfläche unserer Gesellschaft werden größer. Immer offensichtlicher werden die Dinge, die uns unglücklich machen. Und oft sind wir nicht einmal sicher, woran das liegt: Könnte es sein, dass unser Partner der falsche ist? Leben wir womöglich am falschen Ort? Was tun wir nicht alles, um endlich sicher auf der Sonnenseite zu sein. Was braucht es denn noch, um dorthin zu kommen?

In Wahrheit werden wir niemals irgendwo hinkommen. Wir sind immer schon da. Für mich klingt das erstmal entsetzlich. Als gäbe es keine Chance, dass die Situation sich jemals ändern könnte.

Falscher könnte ich aber die Sache nicht sehen. Denn wir alle befinden uns mitten drin in einem in alle Richtungen verbundenen Netz aus unseren Gedanken, Gefühlen, Bedürfnissen, körperlichen Abläufen, Taten und Wünschen. Hier ist alles im Fluss, in jeder einzelnen Sekunde.

Jeder Gedanke löst ein Gefühl in uns aus. Genauso auch jede Körperempfindung, jedes Ziehen im Rücken, jeder Schmerz. Umgekehrt sorgt jedes Gefühl dafür, dass eine Kaskade von chemischen Reaktionen ausgelöst wird. Die Magensäfte reagieren prompt, die Leber erzeugt entsprechende Enzyme, das Immunsystem passt seine Aktivität an und so fort. Und mitten in diesem vitalen Chaos in uns sprechen wir miteinander, lieben uns oder streiten, arbeiten oder lassen uns die Frühlingsluft um die Nase wehen. So entsteht unser Lebensgefühl.

In diesem Chaos geschieht alles gleichzeitig, und immer genau jetzt, in diesem Augenblick. Ich bin froh zu wissen, dass ich ein Wesen bin, dass sich in jedem Augenblick selbst neu erschafft. Es nicht nur kann, sondern tatsächlich tut, egal ob mir das bewusst ist oder nicht. Falls nicht, dann kann ich auch das ändern.

Wer weiß, vielleicht sind es ja gerade diese unbewussten Teile des vitalen Chaos, die unsere innere Balance stören und uns mit einem belastenden Lebensgefühl den Alltag schwer machen.

In diesem Magazin wollen wir gemeinsam das vitale Chaos aus unterschiedlichen Blickwinkeln anschauen. Und dabei womöglich entdecken, wie wir das eine oder andere neu bewerten könnten. Oder neue Dinge erkunden, die Spaß machen, gut tun, zufrieden machen. Wie erfrischend ist das!

Jeder Beitrag gibt Ihnen obendrein die Möglichkeit, selbst etwas zu tun: Übungen des Qigong, Yoga u. a., Anleitungen zu Meditation und Kontemplation, Atemübungen, Tipps zur Entspannung, Rezepte für Fitness und Wohlbefinden, Adressen und Routen für Wellness – die Auswahl ist groß. Suchen Sie einfach das Passende für sich heraus. Tun Sie es jetzt. Ich wünsche Ihnen ein vitales Leben.

Ihr Jürgen Ryżek

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