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Unser Organismus ist gut ausgerüstet für das Überleben in dieser Umwelt. Dabei sorgt das autonome Nervensystem mit seinem sympathischen und parasympathischen Teil für die richtige Balance zwischen Aktivität und Passivität. Aber obwohl das System autonom ist, funktioniert nicht alles automatisch. Ein bisschen Selbstkontrolle gehört auch dazu.

Es gibt zwei Arten von Stress: positiven und negativen. Sind wir verliebt und glücklich, ist dieser Zustand dem positiven Stress zuzuschreiben. Ist der Mensch jedoch gehetzt, genervt und gereizt, ist dies schlechter Stress.

Ungesunder Stress. Die Lebensvorgänge im Organismus

Ungesunder Stress kann krankmachen, denn der Körper befindet sich in andauernder Alarmbereitschaft. Das Gehirn schüttet die Hormone Cortisol und Adrenalin aus, die Blutdruck und Herzfrequenz erhöhen. Die Verdauung und der Sexualtrieb werden gedrosselt. Muskelverspannungen und Kopfschmerzen sind weitere Begleiter. Wer sich diesem Zustand länger ausliefert, riskiert eine Schädigung von Blutgefäßen, Organen und des Herzens, das bis zum Herzinfarkt oder Schlaganfall führen kann.

Deswegen ist es wichtig, dass der Mensch sich entspannt. Wer beruflich stark eingebunden ist, sollte sich daher Entspannungsübungen zuwenden. Denn Entspannung stärkt das Immunsystem, fördert die Konzentration, stärkt das Selbstbewusstsein und lindert Schmerzen. Einfache Übungen lassen sich in den Alltag integrieren, andere professionelle Methoden in Kursen erlernen und praktizieren.

Professionelle Entspannungsmethoden

Es gibt mehrere Methoden, die für die Entspannung herangezogen werden. Eine der Bekanntesten von ihnen ist das autogene Training, das von Johannes Heinrich Schultz entwickelt wurde. Diese Methode hat positive Auswirkungen auch auf psychotherapeutische Komponenten.

Ebenfalls berühmt die ist Methode der progressiven Muskelentspannung nach Edmund Jacobson. Hier wird durch den Wechsel von Anspannung und Lockerung der Muskel ein Zustand der Entspannung für Körper und Geist erreicht.

Auch Hypnose ist eine weitverbreitete Technik, um dem Körper Entspannung zu schenken. Hier wird der Kunde bzw. Patient in einen Trancezustand versetzt, der das Unbewusstse zutage treten lässt. Der Körper selbst ist in einem absolut entspannten Zustand. Die Arbeit mit dem Unbewussten erweitert das Einsatzgebiet der Hypnose weit über die Grenzen der Entspannungstechniken hinaus.

Weniger bekannt sind die Methoden der Entspannungsmusik und der Fantasiereisen. Beide Varianten können ohne Therapeuten durchgeführt werden. Bei der ersten Variante sollte Musik gewählt werden, die keinen Gesang hat, da dieser das Gehirn ablenkt. Klassische Musik, speziell komponierte Musik oder auch Naturklänge hingegen bewirken ein Abschalten des Geistes.

Bei den Fantasiereisen handelt es sich um etwas, das Kinder ohne zu denken tagtäglich tun – die gedankliche Reise an einen Ort, an dem sie sich wohlfühlen. Es gibt noch weitere Methoden, Varianten und Möglichkeiten. Wer unter ungesundem Stress leidet, kann sich auf entspannungsuebungen.net weiterführende Informationen holen.

Nur einige Minuten nötig: Übungen für den Alltag

Gerade gestresste Menschen haben immer eine Ausrede sofort parat: Keine Zeit. Doch in Sachen Entspannung gilt diese nicht. Denn auch mit einfachen Mitteln und Übungen können sich Körper und Geist entspannen. Viele von ihnen lassen sich auch kinderleicht in den Alltag integrieren.

Die Übung des sanften Blickes beispielsweise. Hier braucht sich der Betroffene lediglich einen festen Punkt (Baum, Auto, Haus) für das Auge aussuchen und ihn einige Minuten anzuschauen. Dabei sollte ruhig geatmet werden. Das gelingt sowohl im Büro als auch an der Bushaltestelle oder im Zug.

Der Atem spielt eine wichtige Rolle beim Entspannen. Wer ihn bewusst verlangsamt, gibt seinem Körper eine zusätzliche Portion Ruhe. Auch das kann an vielen Orten und zu jeder Tageszeit geschehen. Beim Einatmen sollte bis sechs gezählt werden, danach der Atem sechs Sekunden angehalten werden, um danach wiederum sechs Sekunden auszuatmen. Wer die Möglichkeit zum Liegen hat, kann auch mit kontrollierter Bauchatmung entspannen. Die bewusste Atmung in den Bauch versorgt die Lungen besser mit Sauerstoff. Dazu sollte im Liegen die Hand auf den Bauch gelegt werden, die sich beim kontrollierten Einatmen nach oben bewegt. Diese Übung kann dann mit der Brustatmung kombiniert werden.

Stress beschleunigt den Puls. Wer diesen kontrolliert verlangsamt, entspannt ebenfalls. Hier sollten sich Betroffenen auf einen Stuhl setzen und lässt die Fingerspitzen beider Hände sich gegenseitig berühren. Mit Druck auf die Fingerspitzen wird der Puls spürbar. Durch gezielte Atmung kann dieser verlangsamt werden. Mit dieser Methode gelingt es, den Körper schnell zu beruhigen.

Eine andere Übung ist vielen noch aus den Kindertagen bekannt: Ausschütteln. Wer Arme und Beine einmal ausgiebig ausschüttelt, entspannt Muskeln und kann so auch buchstäblich manche Sorgen des Alltags von sich abschütteln. Weitere Methoden, um im Alltag leicht Entspannung zu finden, sind unter anderem „Der Brief an die Vernunft“, Entspannungsübungen mit der Zunge und besonders die Haltung der Achtsamkeit, die aber wiederum ein Thema für sich ist.

Bildquelle: empathia bei Piqs | Mensch vital bei Google+

Über den Autor

Arkadi beschäftigt sich auf verschiedenen Ebenen mit Körper und Geist sowie deren Verhältnis. Einerseits mit den Methoden und Erkenntnissen aus Kognitionswissenschaft und Philosophie sowie aus Sport- und Ernährungswissenschaften, andererseits mit praktischem Training. Diese Erfahrungen finden auch Ausdruck in seinen Webangeboten.

Alle Beiträge von Arkadi.

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