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«Metta», eine der 40 von Buddha gelehrten Meditationen, wird mit Vorstellungen von Liebe, Güte, Sympathie und aktivem Interesse an Anderen in Verbindung gebracht. Diese Liebende-Güte-Meditation stand im Mittelpunkt einer Studie des Max-Planck-Instituts.

Menschen leiden zu sehen, löst starke soziale Emotionen aus. Das können negative oder positive Empfindungen sein. Auch Mitgefühl gehört dazu, das durch Sorge für das Wohl des anderen charakterisiert ist.

Mitgefühl kann trainiert werden

Forscher am Leipziger Max-Planck-Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften konnten nun zeigen, dass ein Mitgefühlstraining mithilfe von Meditation die Aktivität von Gehirnregionen verstärkt, die mit positiven Emotionen, Verbrüderung, Unterstützung anderer und Belohnung assoziiert sind. Solche positive Emotionen können gezielt gefördert werden und sowohl hilfreich im Umgang mit emotionalem Stress sein als auch die Motivation zu prosozialem Verhalten erhöhen.

Die Arbeit mit Meditationsexperten und Meditation-unerfahrenen Probanden – hier vor einem der MRT-Scanner des Leipziger MPIs – liefert wichtige Hinweise auf die Wirkung mentalen Trainings.

Die Liebende-Güte-Meditation

Buddha verglich in einer Lehrrede die Meditation «Metta», die auch als Liebende-Güte-Meditation bekannt ist, mit der Liebe einer Mutter zu ihrem Kind. Während der Meditation wird in einer Haltung stiller Konzentration versucht, Gefühle von Freundlichkeit und Wärme, die man für sehr nahe stehende Menschen empfindet, auf alle Menschen auszudehnen.

Studien der letzten Jahre zeigten einen doppelten Nutzen: Auf «Metta» basierendes mentales Training stärkt positive Emotionen im Alltag und dadurch persönliche Ressourcen. Zugleich erhöht größeres Mitgefühl die Motivation, anderen zu helfen. Unbekannt war bis jetzt, was das Mitgefühlstraining auf neuronaler Ebene auslöst und wie sich Mitgefühl auf den Umgang mit emotional stressigen Situationen auswirkt.

Mitgefühl trotz emotional stressigen Situationen?

Um dieser Frage nachzugehen, maßen Forscher der Abteilung Soziale Neurowissenschaft unter der Leitung von Prof. Tania Singer zunächst die Hirnaktivität von Versuchsteilnehmern ohne Meditationserfahrung, während diese kurze Videosequenzen von Menschen in Notsituationen sahen. Im Anschluss an jedes der 10 bis 18 Sekunden langen Videos gaben die Probanden an, wie viel Empathie sie fühlten und wie positiv oder negativ ihr Erleben war.

Es traten überwiegend negative Emotionen gepaart mit Empfindungen der Empathie für das Leid anderer auf, einhergehend mit erhöhter Aktivität in Hirnregionen, die mit negativen Affekt sowie Empathie für das Leid anderer assoziiert sind.

Fremde Gefühle wie die eigenen erleben

„Diese empathische Reaktion, bei der wir fremde Gefühle wie die eigenen erleben können, ist wichtig, um einander zu verstehen“, sagt Olga Klimecki, die Erstautorin der Studie. “Wenn die negativen Emotionen aber zu sehr überhand nehmen, kann das zur schweren Belastung werden“.

Meditation weckt positive Veränderungen im Gehirn

Nach der ersten Messung der Hirnaktivität fand eine eintägige Übung in Liebender-Güte-Meditation statt, die ein Meditationslehrer leitete. Eine Kontrollgruppe erhielt ein Gedächtnistraining. Um den Effekt des Trainings aufrecht zu erhalten, praktizierten die Teilnehmer die geübte Methode im Rahmen der Studie und zu Hause.

Einige Tage später wurde erneut gemessen. Nun reagierten die meditationsgeschulten Teilnehmer auf die Videos mit mehr positiven Emotionen. Im Gehirn war verstärkte Aktivität in Regionen messbar, die mit positivem Affekt, Liebe und Nähe assoziiert sind. Diese Veränderungen waren spezifisch für die Mitgefühlsgruppe und wurden nicht bei der Gedächtnisgruppe beobachtet.

Schmerz und Mitgefühl bestehen nebeneinander?

„Wichtig ist, dass dabei die Empathie — also das Nachfühlen des fremden Schmerzes — nicht verschwand, sondern positive Empfindungen hinzu kamen“, betont Klimecki. „Mitgefühl scheint zu ermöglichen, mit der negativen Realität in Kontakt zu bleiben, während gleichzeitig positive Gefühle aufgebaut werden.“

Davon könnten besonders Menschen profitieren, die häufig mit dem Leiden anderer konfrontiert sind, wie etwa Angehörige von Schwerkranken oder Klinikpersonal.

Zunächst aber müsse die langfristige Wirkung und Umsetzbarkeit von Mitgefühlstraining besser erforscht werden, schreiben die Forscher in ihrer Studie. Zu diesem Zweck bereiten die Wissenschaftler der Abteilung Soziale Neurowissenschaft um Direktorin Tania Singer derzeit eine umfangreiche einjährige Langzeitstudie vor, die Anfang 2013 beginnt.

Bildquelle: C. Falk Pixelio | Mensch vital bei Google+
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Über den Autor

Jürgen Ryżek ist ein Dao-Yoga-Lehrer, LifeCoach, Autor und Denker, der sich seit 1980 dem Lehren und Coachen zur Pflege einer kraftvollen Körper-Geist-Seele-Beziehung widmet. Seit er sein Herz nach einem Infarkt durch Selbstheilung aktiv und vollständig wiederherstellte, entwickelt er Methoden rund um die Heilung körperlicher Schäden aus eigener Kraft. Dabei lässt er sich von traditionellem europäischen und fernöstlichen Heilwissen inspirieren. Als tragende Idee dient ihm eine Metaphysik der Selbstheilung.

Alle Beiträge von Jürgen Ryżek.

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