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Diese Übung aus dem Hui Chun Gong | Qi Gong kann umfassend entspannen. Sie wirkt nicht allein körperlich, sondern hilft auch, Außenreize wegzublenden und dem Informationsstau im Kopf für einen Moment zu entgehen und das Karussell der Gedanken anzuhalten. Die Übung hat zwei Teile.

1. Teil: Hüftbreit stehen

Im ersten Teil stelle dich aufrecht hin, mehr Platz brauchst du nicht. Die Füße stehen etwa hüftbreit auseinander und parallel zueinander, die Fußspitzen nicht nach außen oder nach innen gerichtet. Die Knie sind leicht gerundet, aber nicht gebeugt. „Leicht gerundet“ bedeutet, dass die Gelenke nicht durchgedrückt, aber auch nicht gebeugt sind.

Ein klassischer Ausspruch von Meistern des Taijiquan lautet: „Wenn es gerade ist, ist es nicht ganz gerade. Wenn es gebeugt ist, ist es nicht ganz gebeugt.“ Lasse dabei alle Muskeln der Beine ganz locker.

Becken entspannt

Besonders locker werden die Beine, wenn du auch den Beckenboden entspannst. Löse die Pobacken, lasse das Kreuzbein los, so dass es senkrecht nach unten weist. Das Kreuzbein ist der Bereich der Wirbelsäule, der sich nach unten an die Lendenwirbelsäule anschließt und in das Steißbein übergeht.

Das Becken kippt in diesem Fall am oberen Rand nach hinten, am unteren Rand nach vorn. Sehr leicht kippen. Finde spielerisch heraus, wie es richtig ist, indem du mit der Hüfte nach vorn und nach hinten schaukelst.

Die richtige Haltung fühlt sich ein bisschen so an, als wolltest du dich gleich ganz gelöst hinsetzen, so wie du dich vielleicht nach einer Anstrengung mit einem „Ahhh“ hinsetzen würden. Strecke das Gesäß nicht nach hinten. Du erspürst leichter, wie es richtig ist, wenn du sehr bewusst die Muskeln im Hüftbereich entspannst. Mit der Zeit «weiß» dein Körper, wie du loslassen kannst, wie es für dich stimmt.

Arme locker

Die Arme hängen locker und weich gerundet an den Seiten. Wenn du das Gewicht mehr auf den Vorderfuß verlagerst, ohne die senkrechte Haltung deines Körpers zu verlassen, spürst du vielleicht, dass die Handflächen sich dadurch den Körperseiten zuwenden. Das wäre optimal. Die Finger sind entspannt und leicht gerundet, sie bilden eine sehr flache, senkrecht aufgestellte Schale.

Kopf schwebend

Der Kopf fühlt sich auf dieser stabilen Basis an, als schwebte er, wie ein Luftballon. Ein goldener Faden hält ihn, und er fühlt sich frei. Endlich sind die Schultern entlastet. Richte auf diese Haltung immer wieder deine Aufmerksamkeit, egal wie lange du die Übung schon machst.

2. Teil: Vibrieren

Jetzt kommt der zweite Teil. Verlagere dein Gewicht auf die Ferse, alles andere bleibt, wie es ist. Drücke die Ferse in den Boden, nicht zu fest.

Spiele jetzt mit der Rundung deiner Knie – mehr runden, weniger runden -, bis du ein leichtes Vibrieren spürst, ein Wippen in den Knien. Lasse zu, dass dieses Wuppen stärker und zu einem Vibrieren wird, es soll aber nicht zu einem Schütteln werden. Sachte.

Vibriere jetzt, ausgehend von der Hüfte, in feinen Wellen nach unten und nach oben. Nach unten bis in die Fersen und sogar bis in den Boden, nach oben bis über den Kopf hinaus. Überlasse das Vibrieren deinem Körper, forciere es nicht, stoße es nur leicht an und lass es dann laufen.

Wie lange?

Lass es vibrieren, so lange du magst. Gib dir aber Zeit, mindestens bis du merkst, wie du allmählich ruhiger wirst. Das kann ein paar Minuten dauern. Vielleicht spürst du außerdem ein Prickeln irgendwo, mehr Wärme, ein Ziehen. Entscheide selbst, wann es genug ist.

Spüre hin. Wenn du dann aufhörst, sammle deine Aufmerksamkeit und scanne deinen Körper, spüre durch den Körper, so dass du Muskeln und Haut spürst. Beginne damit im Kopf, gehe weiter über Hals, Schultern, Arme, Brust und Rücken, Bauch und Hüfte, Oberschenkel, Knie, Unterschenkel, Fersen und Zehen.

Bildquelle: Jürgen Ryżek | Mensch vital bei Google+
Dao-Yoga. Coaching. Aus eigener Kraft.

Über den Autor

Jürgen Ryżek ist ein Dao-Yoga-Lehrer, LifeCoach, Autor und Denker, der sich seit 1980 dem Lehren und Coachen zur Pflege einer kraftvollen Körper-Geist-Seele-Beziehung widmet. Seit er sein Herz nach einem Infarkt durch Selbstheilung aktiv und vollständig wiederherstellte, entwickelt er Methoden rund um die Heilung körperlicher Schäden aus eigener Kraft. Dabei lässt er sich von traditionellem europäischen und fernöstlichen Heilwissen inspirieren. Als tragende Idee dient ihm eine Metaphysik der Selbstheilung.

Alle Beiträge von Jürgen Ryżek.

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