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Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Bluthochdruck und Herzinsuffizienz, Schlaganfall und Herzinfarkt, aber auch Arteriosklerose und erhöhte Blutfettwerte gehören in unserem Lebensumfeld zu den häufigsten Krankheiten. Nach Recherchen von «planet-wissen» gehen etwa die Hälfte aller Todesfälle in Deutschland auf eine Erkrankung des Herzens oder des Gefäßsystems zurück. Damit sind Herz-Kreislauf-Erkrankungen in Deutschland die Todesursache Nummer eins. Vor allem ältere Menschen sind betroffen, doch die Zahl der Erkrankten unter 50 Jahren steigt.

Was nachhaltig vorsorgt und bei bestehender Erkrankung auf sanfte Weise wirklich gut tut, ist hinlänglich bekannt. Dazu braucht es nur ein wenig Eigeninitiative. Die Leiter von vergleichenden klinischen Bewegungsstudien weisen seit vielen Jahren darauf hin.

Demnach können regelmäßig durchgeführte Taijiquan-Bewegungen das allgemeine Wohlbefinden von Herz-Kreislauf-Patienten spürbar verbessern. Unter vielen anderen Untersuchungen zeigt das auch eine klinische Studie, deren Ergebnisse im Wissenschaftsmagazin „Archives of Internal Medicine“ veröffentlicht wurden.

Studienteilnehmer mit Herzinsuffizienz

Teilnehmer waren 100 Personen mit einer systolischen Herzinsuffizienz überwiegend im funktionellen NYHA-Stadium II. Die verschiedenen NYHA-Stadien entsprechen einer Einteilung von Herzkrankheiten nach Empfehlung der New York Heart Association. Merkmale des Stadiums II sind:

  • Herzerkrankung mit leichter Einschränkung der körperlichen Leistungsfähigkeit.
  • Keine Beschwerden in Ruhe.
  • Alltägliche körperliche Belastung verursacht Erschöpfung, Rhythmusstörungen, Luftnot oder Angina pectoris.

Eine «sichere Alternative»

Es genüge, so das Ergebnis der Studie, regelmäßig zweimal in der Woche an einem einstündigen Gruppenkurs «Taijiquan» teilzunehmen. Die Teilnehmer der Studie bestätigten neben ihren körperlichen Erleichterungen auch eine deutliche Stimmungsaufhellung sowie eine Steigerung des allgemeinen Selbstbewusstseins. Wichtig zu wissen ist dabei, dass Depression und Verlust des Selbstbewusstseins häufig einhergehen mit Herz-Kreislauf Erkrankungen und insbesondere mit den Folgen eines Herzinfarktes.

Die Studienleiterin Dr. Gloria Yeh von der medizinischen Fakultät in Harvard resümierte, dass sich Taijiquan als «sichere Alternative» zu den herkömmlichen Bewegungsangeboten für Herzkranke anbiete. Daher könne die Teilnahme für Patienten mit Herzleiden empfohlen werden.

Dao-Yoga. Das Yoga der TCM.

Taiji, häufig unter der älteren Schreibweise Tai Chi bekannt, ist die Kurzbezeichnung von Taijiquan, der chinesischen Kunst des Schattenboxens. In seiner meditativen, langsamen Form handelt es sich bei Taijiquan um die tief und ganzheitlich wirkende, nachhaltige Bewegungskunst der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM).

Taijiquan wird auch als Königsdisziplin des Qigong bezeichnet. Zusammen mit Elementen des Qigong, einer uralten Atemtechnik und meditativen Energieübungen bildet Taijiquan das Quartett des Dao-Yoga, Chinas sanftem und zugleich kraftvollem Yoga der inneren Energien, der inneren Erneuerung und der Persönlichkeitsentwicklung.

Die Umwandlung des Qi

Manche mögen es kaum glauben, aber die sehr sanft und langsam ausgeführten Bewegungen des Taijiquan können einen anfänglich ins Schwitzen bringen. Das mag auch daran liegen, dass muskuläre Kraft in die Lebensenergie Qi (auch Chi) umgewandelt wird und der Körper die neu hinzukommende Kraft irgendwie «verwalten» muss.

Könnte diese geheimnisvolle Transformation eine praktische Erfahrung dessen sein, was Quantenphysiker meinen, wenn sie behaupten, alles bestehe aus Energie? Das Qi formt jeden körperlichen Prozess, es steuert die Funktionen des Leibes und der Seele.

Qi ist auch bekannt als der Urstoff, den die Akupunktur beeinflusst. Wenn der Körper belebt ist von ausreichend bewegtem Qi, dann ist er voller Vitalität. Taijiquan hält diese Energie im Fluss, verstärkt und kumuliert sie. Beim Übungsprozess schließlich entwickeln sich auf lange Sicht aus dem Qi die Kraft des Leibes und die Kraft des Geistes.

Taiji beeinflusst Gesundheit und Bewusstsein

Über dieses außergewöhnliche Potenzial des Taijiquan wird nicht oft geredet, bei wissenschaftlichen Studien kommt es überhaupt nicht zur Sprache. title=“Jürgen Ryżek: Traditionelles Taijiquan. Ein Übungsangebot.“ href=“/traditionelles-taijiquan/“>Taijiquan berührt, wenn es nicht lediglich gymnastisch gelehrt und praktiziert wird, die verschiedensten Bereiche unseres Wesens.

Mein Artikel «Taiji, Gesundheit und Bewusstsein» befasst sich näher mit dieser Qualität des Taijiquan. Wir gewinnen neue Achtsamkeit in der Bewegung, die uns vor krankmachenden Bewegungsmustern schützt. Unsere Aufmerksamkeit wird angezogen vom rhythmischen Miteinander von Bewegung und Atem. Unser Blick richtet sich nach innen und zugleich nach außen in unseren Alltag.

Im Ergebnis werden wir gelassener, stehen sicherer ausbalanciert in unserer Mitte, auch im übertragenen Sinn. Ganz unerwartet spüren wir wieder Bereiche unseres Körpers und unserer Seele, die schon lange aus dem Fokus unserer Wahrnehmung geraten waren.

Dabei stellen wir fest, dass irgendetwas immer für ein kraftvolles, erfülltes Leben voller Energie gefehlt hat, aber wir wussten nicht, was.

Bildquelle: fenglilybei Clipdealer | Mensch vital bei Google+
Dao-Yoga. Coaching. Aus eigener Kraft.

Über den Autor

Jürgen Ryżek ist ein Dao-Yoga-Lehrer, LifeCoach, Autor und Denker, der sich seit 1980 dem Lehren und Coachen zur Pflege einer kraftvollen Körper-Geist-Seele-Beziehung widmet. Seit er sein Herz nach einem Infarkt durch Selbstheilung aktiv und vollständig wiederherstellte, entwickelt er Methoden rund um die Heilung körperlicher Schäden aus eigener Kraft. Dabei lässt er sich von traditionellem europäischen und fernöstlichen Heilwissen inspirieren. Als tragende Idee dient ihm eine Metaphysik der Selbstheilung.

Alle Beiträge von Jürgen Ryżek.

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