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“Das Herz muss sich nicht schützen, keine Mauern hochziehen. Der Verstand ist klar und ruhig.“ Ina Rudolph führt uns mit einer einfachen Übung durch Byron Katies «The Work». Damit ermutigt sie uns, gedankliche Widerstände zu überwinden, und verspricht uns dafür eine entspannte Persönlichkeit und ein herrliches Lebensgefühl

Immer, wirklich immer, gibt es eine Alternative zu Kummer und Schmerz.

Eine bessere, freundlichere, liebevollere Sichtweise. Manchmal kann ich sie nur einfach nicht sehen. Da hilft es, meinen Verstand zu dehnen, zu weiten, mich zu öffnen. Fünfzehn Jahre arbeite ich nun schon mit den vier Fragen und den Umkehrungen von The Work. Ich liebe diese Arbeit, denn sie eröffnet mir immer wieder neue Perspektiven.

Byron Katie, die Begründerin dieser Methode, hat mal gesagt, wenn sie ihre belastenden Gedanken hinterfragt, dann fühlt es sich an, als hätte sie ein warmes Herz und einen klaren Verstand. So ist es auch für mich, und dieses Lebensgefühl ist einfach herrlich.

Offen und berührbar macht frei

Bitte nimm dir einen Moment Zeit, das bei dir ebenfalls zu spüren.

Warmes Herz: Das Herz muss sich nicht schützen, keine Mauern hochziehen, muss sich nicht verstecken oder verstellen. Es darf offen da liegen, berührbar, darf frei pulsieren.

Klarer Verstand: Der Verstand ist klar und ruhig. Er braucht nicht den ganzen Tag nach Lösungen suchen, sich auch nicht rechtfertigen, erklären oder verteidigen. Er nimmt wahr, was geschieht und wenn praktisches Denken gebraucht wird, dann denkt er. Sonst bleibt er offen und frei.

Wie fühlt sich das für dich an?

Wir fühlen, was wir glauben

Gedanken sind harmlos, es sei denn, wir glauben sie. Alles, was wir glauben, was wir als WAHR einstufen, hat Auswirkungen auf das, was wir fühlen.

Halten wir solche Gedanken für wahr …

– Niemand liebt mich.
– Ich sollte anders sein.
– Ich muss es richtig machen.
– Andere sollten nicht schlecht über mich denken.
– Ich bin nicht gut genug.

… dann wird sich das eng anfühlen, eingeschränkt. Mit solchen Glaubenssätzen können wir uns nicht voll entfalten und wir werden immer wieder zweifeln und grübeln.

Wann immer du Ärger, Wut, Verzweiflung, Angst oder andere stressige Gefühle hast, kannst du sicher sein, dass du auch etwas Stress Auslösendes glaubst, dass du dich gedanklich im Widerstand befindest. Diese Gedanken kannst du finden und hinterfragen.

Wenn du möchtest, mach gleich mal mit. Such dir eine Situation, in der du spürbaren Stress hattest. Und dann schau mal: Was hast du gedacht, was sollte in der Situation anders sein? Jemand sollte anders sein, die Umstände, oder du selbst?

Es sollte anders sein. Sollte es anders sein?

Das Lebensgefühl jenseits von Glaubenssätzen

Das ist ein Glaubenssatz, der fast immer belastend ist.
Habe bitte deine stressige Situation vor Augen. Wo bist du gerade, wer ist noch anwesend? Entspanne dich, so gut es gerade geht, und dann stell dir die erste Frage der Work:

Ist es wahr?
Ist es wahr, dass es in deiner Situation anders sein sollte?
Hetz dich nicht und warte in Ruhe auf die Antwort.

Wenn du diese Frage mit JA beantwortet hast, kannst du dir die zweite Frage stellen:

Kann ich absolut sicher sein, dass dieser Gedanke wahr ist?
Kannst du also hundertprozentig sicher wissen, dass es für dich, in deiner Situation, besser wäre, wenn es anders wäre?

Die dritte Frage lautet:

Wie reagiere ich? Was passiert, wenn ich diesen Gedanken glaube?
Wie hast du in deiner Situation reagiert, als du dachtest, es sollte anders sein? Tatsächlich wurde es aber nicht anders? Welche Gefühle tauchten da auf? Wut? Ärger? Verletzt sein? Enge?

Wie gehst du mit dir selbst und anderen um, wenn du glaubst, es sollte anders sein, als es gerade ist? Und wie fühlt sich das an? Wie ist dein Lebensgefühl, wenn du das glaubst?

Wenn du diese Antworten gefunden hast, kannst du einmal tief durchatmen — das tut immer gut — und dir dann die vierte Frage der Work stellen:

Wer wäre ich ohne diesen Gedanken?
Stell dir vor, du steckst in deiner Situation, alles bleibt so, wie es ist. Nur in deinem Kopf taucht nicht der Gedanke auf: Es sollte anders sein.
Wie fühlt sich deine Situation an, ohne diesen Gedanken? Ohne den Widerstand gegen das, was gerade ist?

Warum ist alles gut so, wie es ist?

Am Ende der Work kehrst du den belastenden Gedanken ins Gegenteil. Das Gegenteil von etwas Stressigem ist meist freundlicher und liebevoller.

Es sollte nicht anders sein.
Warum sollte deine Situation so sein, wie sie war? Was konntest du eben dadurch sehen, lernen oder begreifen? Bitte finde ein ehrliches Beispiel, ein Detail, warum es gut war, dass die Situation so war, wie sie war.
Und wie geöffnet wäre dein Leben ohne gedanklichen Widerstand?

Bildquelle: Sondem bei Fotolia | Mensch vital bei Google+

Über die Autorin

Ina Rudolph

– hat an der rennomierten Schauspielschule „Ernst Busch“ in Berlin studiert

– bereiste nach der Wende als Fotomodel die Welt

– studierte danach klassischen Gesang (HfM Hanns Eisler Berlin)

– und spielte 20 Jahre im deutschen Fernsehen

– seit 14 Jahren arbeitet sie mit THE WORK von Byron Katie

hält Vorträge, gibt Seminare und hilft in Einzelsitzungen, Probleme zu lösen.

Alle Beiträge von Ina Rudolph.

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