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Dr. Joe Dispenza, Chiropraktiker aus Kalifornien und bekannt aus dem außergewöhnlich erfolgreichen Dokumentarfilm «What the Bleep do we know», beschreibt, wie er im Alter von 23 Jahren nach einem schweren Fahrradunfall vor der Frage «Operation oder Selbstheilung» stand.

Sechs seiner Wirbel im Bereich der Brustwirbelsäule waren verletzt, einer davon war zu sechzig Prozent gebrochen. Vier Ärzte, die er konsultierte, beschieden ihm, dass er ohne Operation nie wieder würde gehen können. Es würde ein außerordentlich schwerer Eingriff sein mit einer Erfolgswahrscheinlichkeit von lediglich 50%. Die Ärzte sahen ihn selbst im Erfolgsfall mit einer versteiften Wirbelsäule und für den Rest seines Lebens ständig unter Schmerzen leidend.

Die Zeit für die Operation lief Joe Dispenza davon. In dieser Situation, so sagt er heute, stand für ihn fest, «dass jene Kraft, die es fertig bringt, einen Körper zu erschaffen, auch in der Lage sein muss, einen Körper zu heilen.

Falls es mir möglich wäre, mich mit dieser Intelligenz zu verbinden, ihr einen Plan zu übermitteln und mich dann rauszuhalten, dann sollte es doch möglich sein, dass Heilung geschehen würde.» Und so entschied er sich gegen die Operation und für die Selbstheilung mit Diät, Meditation und einer sehr umsichtigen Form von Physiotherapie. Was dann geschah, fasse ich im Folgenden zusammen.

«Ich verließ das Krankenhaus und hielt von da an einen Gedanken fest im Kopf: Die Kraft, die meinen Körper erschafft, heilt mich auch. Ich fokussierte mich auf nichts anderes als auf meine Selbstheilung. Dafür ließ ich alle Gedanken und Emotionen los, die in Furcht oder Zweifel gründeten. Nichts sollte mich von meiner Heilung ablenken. Meine Entscheidung war endgültig.

Mir wurde klar, dass ich einen Plan brauchte, und ich entschied mich für Ernährung, Meditation, Visualisieren und Körpertraining.

Zunächst also die Ernährung. Ich aß ausschließlich Rohkost. Damit bewahrte ich eine große Menge an Energie, die ich sonst zum Verdauen gekochter Mahlzeiten gebraucht hätte. Sie stand nun für meine Selbstheilung zur Verfügung.

Dreimal am Tag meditierte ich jeweils eine Stunde, morgens, mittags und abends.

Während der Meditation stellte ich mental meine Wirbelsäule wieder her, Wirbel für Wirbel. Dabei rief ich in mir eine starke Freude wach und erlebte voller Emotion, wie schön es war, völlig geheilt zu sein und meine Wirbelsäule vollständig wiederhergestellt zu sehen.

Dann begann ich mit meiner körperlichen Wiederherstellung. Die Segmente der Wirbelsäule brauchten Reize, um für genügend Kalzium in den gebrochenen Knochen zu sorgen. Das war meine Überzeugung. Und die Schwerkraft, so glaubte ich, stimulierte die elektrische Ladung der Knochen, so dass positiv geladene Kalzium-Moleküle in den negativ geladenen Knochen gezogen würden. Diese Idee machte für mich Sinn, obwohl ich nichts darüber in der Literatur fand. Doch das stoppte mich nicht.

Nach einer gewissen Zeit fing ich deshalb an, mich zu bewegen, obwohl die Schulmedizin das Gegenteil forderte. Zuerst paddelte ich aufrecht im Swimmingpool, ohne die Wirbelsäule zu bewegen. Dann begann ich in horizontaler Position zu schwimmen, jeden Tag. Zuerst nur mit den Füßen paddelnd, dann mit dem ganzen Körper. Schließlich schwamm ich wie ein Fisch. Wenn nur meine Chirurgen das gesehen hätten! Mein Körper reagierte ganz erstaunlich.

Nach acht Wochen begann ich, wie ein Baby auf dem Boden zu krabbeln. Außerdem praktizierte ich täglich Yoga für mein Bindegewebe. Nach neun Wochen setzte ich mich das erste Mal auf, badete und benutzte die Toilette. Oh ja, die einfachen Dinge!

Dies alles beschreibt, was ich für meinen Körper tat. Aber mich den ganzen Tag lang auf die Wirbelsäule und ihre einzelnen Komponenten zu konzentrieren, machte mich kribbelig und ruhelos. Ich brauchte mentale Pausen – und entdeckte in dem Zimmer des Freundes, wo ich lag, ein Buch von der «Ramtha School of Enlightenment».

Ich war zwar katholisch erzogen, aber ich war nicht religiös oder gar spirituell. Ich hing keiner Kirche und keinem Dogma an. Ich glaubte an die körpereigene Intelligenz, aber damit verband ich kein formales Bekenntnis. Ich wusste, dass da eine Kraft war, die uns alle belebt, und ich wusste, dass diese Kraft oder Intelligenz weit größer war als alles, was wir Menschen besitzen. Es gab etwas in meinem Leben, so meine Überzeugung, das greifbar und real war und das ununterbrochen wirkte. Darauf vertraute ich. Und in diesem Sinne war ich offen für das, was ich in dem Buch fand.

Das Buch faszinierte mich. Neben vielem anderen erklärte es, wie Gedanken und Emotionen unsere Wirklichkeit erschaffen. Plötzlich war ich ein Mann, der sich mitten in einer außerordentlichen äußeren und inneren Veränderung wiederfand. Mit einem Mal verstand ich, dass ich für alles in meinem Leben verantwortlich war – sogar für meine Verletzung. Von dieser Erkenntnis war ich tiefer betroffen, als ich mir je hätte vorstellen können. Mir wurde klar, das alles, was ich bis dahin wusste, neu zu überdenken war. Dabei fing ich an zu erkennen, wie vollkommen meine eigene Schöpfung war, wie vollkommen mein Leben war. Am Ende fühlte mich unendlich bereichert.

Nach neuneinhalb Wochen stand ich auf und kehrte zurück in mein Leben. Nach zehn Wochen ging ich wieder meiner Arbeit nach, behandelte Patienten und genoss meine Freiheit. Ohne Gipskorsett, ohne Deformationen, ohne Lähmungen.»

Beinahe 80 Prozent der amerikanischen und mehr als 70 Prozent der deutschen Bevölkerung leidet unter Rückenschmerzen. Joe Dispenza hingegen hatte seit seinem Unfall kaum jemals Schmerzen in seiner Wirbelsäule.

War es ein Wunder, das er erlebte? Heute nennen Mediziner diesen Prozess manchmal Spontanheilung. Allerdings war Joe Dispenzas Heilung alles andere als spontan. Sie war vielmehr genau geplant. Sie lebte von seiner aktiven Beteiligung am Prozess und seinen festen Glauben daran, dass sie funktionieren würde.

Deshalb ist es wohl besser, wir nennen das, was geschah, «Selbstheilung». Selbstheilung baut nicht nur auf aktive Beteiligung, sondern auch auf den festen Glauben an die körpereigene Intelligenz, eine Kraft, die uns alle belebt, und die über das, was wir Menschen zu leisten imstande sind, weit hinausgeht.

Vermitteln wir also unserer körpereigenen Intelligenz einen Selbstheil-Plan und «halten uns dann raus», wie Joe Dispenza sagt.

Bildquelle: ysbrandcosijn bei Fotolia | Mensch vital bei Google+ | Mensch vital bei YouTube | Mensch vital bei Vimeo
Heile dich selbst. Coaching. Aus eigener Kraft.

Über den Autor

Jürgen Ryżek ist ein Dao-Yoga-Lehrer, LifeCoach, Autor und Denker, der sich seit 1980 dem Lehren und Coachen zur Pflege einer kraftvollen Körper-Geist-Seele-Beziehung widmet. Seit er sein Herz nach einem Infarkt durch Selbstheilung aktiv und vollständig wiederherstellte, entwickelt er Methoden rund um die Heilung körperlicher Schäden aus eigener Kraft. Dabei lässt er sich von traditionellem europäischen und fernöstlichen Heilwissen inspirieren. Als tragende Idee dient ihm eine Metaphysik der Selbstheilung.

Alle Beiträge von Jürgen Ryżek.

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